Der ENGWE Y700 ABE ist ein E-Scooter, der auf den ersten Blick verwirrt:
ABE-zertifiziert, also vollständig straßenzugelassen in Deutschland –
aber gleichzeitig so groß und schwer, dass er eher an ein kleines
Motorrad erinnert als an einen Cityroller. Ich habe ihn ausführlich
getestet und sage euch ganz ehrlich, was dahintersteckt – und für wen
dieses Gerät wirklich Sinn macht.
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Das Video zum Test
Erster Eindruck: Das ist kein normaler Cityroller
Wer den ENGWE Y700 ABE auspackt, erlebt eine Überraschung. Das Ding
ist groß. Richtig groß. Die Abmessungen von 1270 × 650 × 1330 mm und
ein Gewicht von 31,7 Kilogramm sprechen eine klare Sprache: Das ist
keine letzte Meile in der U-Bahn. Das ist ein Fahrzeug, das dort bleibt,
wo ihr es abstellt.
Die Verarbeitung macht dagegen einen soliden Eindruck. Keine wackligen
Verbindungen, kein billiges Plastik, keine Spaltmaße die Sorgen bereiten.
Die Montage war in unter zehn Minuten erledigt – Lenker drauf,
Schrauben festziehen, fertig. Das Werkzeug liegt im Lieferumfang.
Technische Daten – ENGWE Y700 ABE
| Eigenschaft | Wert |
| Motor | 500W Nenn / 800W Peak |
| Drehmoment | 27 Nm |
| Akku | 48V / 18.2Ah |
| Reichweite (Hersteller) | 85 km |
| Höchstgeschwindigkeit | 20 km/h (Serie: 22 km/h) |
| Gewicht | 31,7 kg |
| Zuladung | bis 120 kg |
| Reifen | 10x3.0" Vollgummi |
| Federung | vorne + hinten |
| Ladezeit | 9-10 Stunden |
| Steigvermögen | 20° |
| Schutzklasse | IPX5 |
| Zulassung | ABE (Deutschland) |
Motor & Performance – was kann der Y700 ABE wirklich?
Der Motor leistet 500 Watt im Dauerbetrieb – das ist gleichzeitig das
gesetzliche Maximum für straßenzugelassene E-Scooter in Deutschland.
Der Y700 ABE schöpft also das Erlaubte vollständig aus. Im Peak kommt
er auf 800 Watt, das Drehmoment liegt bei 27 Newtonmeter.
Was bedeutet das in der Praxis? Der Scooter ist kein Sportgerät.
Die Beschleunigung ist gemächlich, das war auch nie der Anspruch.
Wer Kick und Dynamik sucht, kauft falsch. Wer stabil und legal von
A nach B kommen will, bekommt genau das.
Zur Geschwindigkeit: Mein Testgerät war ein Vorserienmodell und
fuhr exakt 20 km/h. Die Serienversion soll laut ENGWE die in
Deutschland erlaubten 22 km/h erreichen. Kein Gamechanger,
aber das gesetzliche Maximum – passt.
Das Steigvermögen liegt bei 20 Grad – für leichtes Gelände,
hügelige Wege und Campingplätze mehr als ausreichend.
Federung & Fahrkomfort – die positive Überraschung
Hier hat mich der Y700 ABE wirklich überrascht. Vollständige Federung
vorne und hinten – und das merkt man. Der Scooter schluckt Unebenheiten
deutlich besser als ich erwartet hatte.
Wichtig zum Verständnis: Die Reifen sind Vollgummi, 10 mal 3 Zoll.
Kein Schlauch, keine Luft. Normalerweise bedeutet das einen härteren,
holprigeren Fahrkomfort. Hier übernimmt die Federung die komplette
Dämpfungsarbeit – und sie macht es gut.
Mit meinen 100 Kilo fand ich den Fahrkomfort angenehm, auf der weicheren
Seite sogar. Wer weniger wiegt, wird das noch komfortabler erleben.
Die maximale Zuladung liegt bei 120 Kilo – da ist noch Luft nach oben.
Der Vollgummireifen hat übrigens einen echten Vorteil: Reifenpannen
sind schlicht unmöglich. Kein Schlauch, der platzen kann. Das macht
den Y700 ABE wartungsarm in einem Punkt, der bei anderen Scootern
regelmäßig Ärger macht.
Reichweite: 85 km Herstellerangabe – was ist realistisch?
85 Kilometer steht im Datenblatt. Das ist die Zahl unter Idealbedingungen:
65 Kilo Testfahrer, ebene Strecke, niedrigster Fahrmodus. Das ist nicht
die Realität für die meisten Käufer.
Mit meinen 100 Kilo, im S-Modus bei 20 km/h, auf normalen Straßen
mit leichten Steigungen: Ich rechne realistisch mit 50 bis 60 Kilometern.
Das ist für dieses Segment und diesen Preis immer noch ordentlich.
Viele ABE-Scooter in ähnlicher Preisklasse kommen auf 30 bis 50 Kilometer
Herstellerangabe.
Die Ladezeit beträgt 9 bis 10 Stunden – das ist lang. Über Nacht
ans Kabel hängen ist der einzig sinnvolle Ansatz. Schnellladen
gibt es hier nicht.
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Features & Ausstattung im Detail
Das Entsperren funktioniert per PIN-Code oder NFC – Smartphone ranhalten,
Scooter ist entsperrt. Kein Schlüssel, kein Fummelkram. Das 3,5-Zoll-LCD
zeigt Geschwindigkeit, Akkustand und Fahrmodus. Vier Modi stehen zur
Wahl: Walk mit 6 km/h, E mit 10, D mit 15 und S mit 20 km/h.
Ein Sicherheitsfeature fällt besonders auf: Bevor der Scooter losfährt,
muss man die Bremse ziehen. Kein ungewolltes Wegrollen, kein Erschrecken
beim Einschalten. Das sollte bei jedem Scooter Standard sein – ist es aber nicht.
Die Beleuchtung ist komplett: Frontscheinwerfer mit 40 Lux, Rücklicht,
Seitenreflektoren – alles UNECE-konform. Die mechanischen Scheibenbremsen
greifen gut und sind sauber dosierbar.
Was fehlt: Blinker. Das ist ein Punkt, den Käufer kennen sollten.
Ab 2027 schreibt die EU Blinker für neu zugelassene E-Scooter vor.
ENGWE hat angedeutet, dass es ein späteres Update geben könnte.
Stand jetzt zeigt man Richtungswechsel per Handzeichen.
Das Gewicht – der entscheidende Kauffilter
31,7 Kilogramm. Das ist die Zahl, die über Kauf oder Nicht-Kauf entscheidet.
Zum Vergleich: Die meisten City-Scooter wiegen 12 bis 20 Kilo.
Den Y700 ABE hebt man nicht mal eben in die S-Bahn. Den trägt man
nicht die Treppe hoch. Den stellt man ab – und er bleibt dort.
Das ist kein Kritikpunkt, wenn man das vorher weiß. Es ist aber der
wichtigste Punkt für die Kaufentscheidung. Wer einen leichten,
portablen Cityroller sucht: falsch hier. Wer ein stabiles, robustes
Fahrzeug für einen festen Einsatzort sucht: richtig hier.
Fazit: Für wen ist der ENGWE Y700 ABE?
Der Y700 ABE ist ein spezialisiertes Fahrzeug. Nicht besser oder
schlechter als andere – aber eindeutig für eine bestimmte Nutzung gebaut.
Kauft ihn, wenn ihr:
– ein stabiles, vollständig straßenzugelassenes Fahrzeug sucht
– schwerer als 80 Kilo seid und Komfort wichtig ist
– einen Campingplatz, Hof oder eine feste letzte Meile vom Parkplatz habt
– keine Lust auf Reifenpannen habt und wartungsarm fahren wollt
– leichtes Gelände und unbefestigte Wege einplant
Kauft ihn nicht, wenn ihr:
– ihn in die U-Bahn oder S-Bahn mitnehmen wollt
– täglich Treppen überwinden müsst
– einen agilen Stadtscooter für spontane Kurzstrecken sucht
Preis: €599 zum Launch (1.–30. Juni 2026).
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Versicherungskennzeichen erstattet – das lohnt sich.
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Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Das Produkt wurde
mir von ENGWE zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon
unberührt – ich schreibe, was ich beim Test erlebt habe.




































