Aventon 2026: Was ich bisher erlebt habe – und warum diese Marke spannend bleibt
Ich fahre seit einer Weile Aventon-Bikes – und je länger ich mit der Marke zu tun habe, desto interessanter wird sie für mich. Nicht wegen der Hochglanz-Broschüren, sondern weil dahinter echte Ingenieure stecken, die ihre eigene Technik entwickeln. Und weil der Kontakt mit dem europäischen Team funktioniert wie selten bei Bike-Herstellern.
In diesem Beitrag möchte ich mal zusammenfassen: Wer steckt hinter Aventon? Was habe ich bisher getestet? Und was kommt als nächstes – inklusive einem Ausblick auf das E-Gravel, das 2027 kommen soll.
- Meine drei Aventon-Videos
- Die Geschichte der Marke
- Das Münchner Team
- Eigene Technik: Motor, App, Akku
- Der Ultro X Motor
- ACU & RideTune App
- Was als nächstes kommt: das E-Gravel 2027

Meine Aventon-Videos
Aventon Trava ADV – Ersttest:
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Das Trava ADV ist ein Trekking-E-Bike mit dem AutoShift-System – das Bike schaltet automatisch, je nach Tretfrequenz und Geschwindigkeit. Ich war skeptisch, ob das in der Praxis funktioniert. Spoiler: Es funktioniert.
Aventon Trava ADV – Reichweitentest 160 km / 750 Hm:
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160 Kilometer, 750 Höhenmeter, eine Akkuladung – das war der Plan. Was am Ende wirklich möglich war, siehst du in diesem Video.
Aventon Current REC – Erster Test:
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Das Current REC ist Aventons Full-Suspension-E-MTB: 140 mm Federweg, 800 Wh Akku, Schutzbleche, Licht und Gepäckträger – alles ab Werk, für 3.499 €. Mein Plan: den 40-km-Arbeitsweg damit fahren. Echte Reichweite nach 78 km und 543 Hm: noch 59 % Akku – also ca. 150–160 km Gesamtreichweite. Das ist beeindruckend.


Von Fixies in Los Angeles zu E-Bikes in München
Aventon wurde 2013 in Los Angeles gegründet – damals noch als Fixie-Marke für urbane Fahrradkultur. Bekannt wurde das Label früh durch die Sponsoring-Aktivitäten beim Red Hook Criterium, einem der härtesten Fixie-Rennen der Welt.
2018 der Pivot: Aventon stieg in den E-Bike-Markt ein – und zwar nicht als Reseller, sondern mit dem Anspruch, eigene Technik zu entwickeln. Seitdem kam Modell nach Modell: Pace, Soltera, Level, Sinch, Aventure, Ramblas – und schließlich die aktuelle Top-Modelle Trava ADV und Current REC.
Was mich überrascht hat: Seit März 2026 hat Aventon ein eigenes Büro in München. Das europäische Team ist klein, aber fokussiert – mit Spezialisten für Industrial Design, Komponenten und Produktmanagement Europa. Das spürt man in der Kommunikation: Die Reaktionszeiten sind kurz, das Feedback ist direkt.
Das Münchner Team
Das Europa-Büro ist kein Vertriebsbüro, das Specs durchreicht. Die Leute dort sind tief im Produkt drin: Ein Industrial Designer kümmert sich ums Erscheinungsbild der europäischen Modelle, ein Komponenten-Spezialist bewertet, was für den hiesigen Markt passt, und im Produktmanagement wird entschieden, welche Varianten und Ausstattungslinien für Europa sinnvoll sind.
Für mich als Tester bedeutet das: Ich rede mit Leuten, die das Produkt kennen. Nicht mit einem PR-Dienstleister, der nach Freigabe fragt.
Vertikale Integration: Warum das ein Unterschied ist
Die meisten E-Bike-Marken kaufen Motor, Akku und Display ein – von Bosch, Shimano, Brose oder chinesischen Zulieferern. Aventon geht einen anderen Weg: Motor, Display, Akku, App und Kundendienst sind alles Eigenentwicklungen.
Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Aventon kann schnell reagieren, wenn etwas nicht stimmt – Software-Updates kommen OTA, Abstimmungen zwischen Antrieb und App passieren intern. Der Nachteil: Es gibt keine Bosch-Werkstatt um die Ecke. Wenn etwas kaputt geht, läuft es über Aventon direkt.
In der Praxis habe ich mit dem Kundendienst noch keine schlechten Erfahrungen gemacht – aber das sollte man wissen, bevor man kauft.
Ultro X Motor: 120 Nm aus eigener Entwicklung
Der Ultro X ist Aventons aktueller Spitzen-Motor. 120 Nm Drehmoment, Mid-Drive, entwickelt und gebaut von Aventon selbst. Er steckt im Current REC – dem Full-Suspension-E-MTB, das ich ebenfalls getestet habe.
Was mich beeindruckt hat: Die Kraftentfaltung ist sauber und vorhersehbar. Kein abruptes Anspringen, kein Aussetzen beim Gaswegnehmen. Der Motor fühlt sich an wie etwas, das Ingenieure über mehrere Generationen entwickelt haben – nicht wie ein zugekaufter Antrieb mit eigenem Logo drauf.
→ Zum ausführlichen Test: Aventon Current REC
ACU & RideTune App: Software, die wirklich etwas kann
Die ACU (Advanced Control Unit) ist Aventons eigenes Steuergerät – verbindet Motor, Akku und App miteinander. Über die RideTune-App lässt sich das Bike in 1-Nm-Schritten abstimmen: Unterstützungslevel, Pedaldruckkurve, Ansprechverhalten.
Das ist kein Marketing-Feature, das im Alltag niemand nutzt. Ich habe tatsächlich die Einstellungen geändert – und den Unterschied am Berg gespürt. Das Bike reagiert dann anders.
Praktisch außerdem: 8 Jahre 4G-Konnektivität sind inklusive. OTA-Updates werden direkt aufs Bike gespielt, ohne Werkstattbesuch. Das letzte Update kam am 30.07.2026 – ich habe es morgens beim Frühstück installiert.
Meine Tests
Ich habe bisher zwei Aventon-Bikes ausführlich getestet:
- → Aventon Trava ADV: Trekking-E-Bike mit AutoShift – mein Test
- → Aventon Current REC: Full-Suspension-E-MTB im Test
Beide Bikes haben mich überzeugt – aus unterschiedlichen Gründen. Das Trava ADV wegen der Reichweite und der smarten AutoShift-Technologie. Das Current REC wegen der Praxis-Zahlen: 78 km, 543 Hm, ~100 kg Fahrergewicht – und danach noch 59 % Akku übrig. Hochgerechnet ca. 150–160 km Reichweite. Das ist für ein 3.499-Euro-E-MTB mit 800 Wh eine echte Ansage.
Was als nächstes kommt: das Aventon E-Gravel 2027
Ich freue mich ehrlich gesagt schon sehr auf das, was Aventon als nächstes plant – und es ist kein Geheimnis mehr: Aventon arbeitet an einem E-Gravel-Bike, das für Frühjahr 2027 geplant ist.
Bikerumor hat den Prototyp auf der Sea Otter Classic 2026 gesehen. Hier sind die bekannten Eckdaten:
- Motor: Neuer UltroL – eine kompaktere, leichtere Variante des Ultro X, speziell für Gravel entwickelt
- Zielgewicht: ca. 34 lbs / 15,4 kg
- Akku: 500 Wh
- Display: Touchscreen (gleich wie beim Current eMTB)
- Größen: S bis L
- Geplanter Marktstart: Frühjahr 2027
Der UltroL Motor ist dabei das Interessante: Aventon hat ihn über mehrere Jahre speziell für diese Gravel-Applikation entwickelt. Kompakter und leichter als der UltroX, aber mit dem gleichen Ansatz: alles aus einer Hand. Das klingt nach einem Bike, das ich gerne testen möchte.
Wenn das E-Gravel genauso gut umgesetzt wird wie die bisherigen Modelle, wäre das ein echter Konkurrent für etablierte Gravel-E-Bikes – und zu einem Preis, der realistisch ist.
Quelle: Bikerumor – Sea Otter Classic 2026: Aventon eGravel Prototype
→ Alle Aventon-Bikes auf aventon.de ansehen
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